Freiwasserliebe: Ägerisee
- Kathrin

- 3. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Juli

Der Ägerisee ist ein See für alle, die beim Schwimmen ihre Ruhe finden. Und danach gibt's einen obszön guten Wurst-Käse-Salat.
Der See:
Es ist ein bisschen frischer und ein bisschen kühler als im heißen Lörrach. Aber auch der Ägerisee hat Ende Juni schon die 25 Grad Wassertemperatur erreicht, obwohl er auf 724 Metern über dem Meer liegt. 7,2 Quadratkilometer groß ist der See, nur wenige Kilometer von Zug entfernt und in den Schwyzer Alpen. Von ihm aus fließt die Lorze in den Zugersee, gespeist wird er vom Hüribach.
Mit dem Auto ist er in gut anderthalb Stunden von Lörrach erreichbar, der Weg lohnt sich. Denn im Ägerisee ist traumhaft wenig los. Ab und zu fährt ein Elektropassagierschiff über den See, die üblichen paar Motorbötchen und die SUPS sind gemächlich unterwegs. Der Ägerisee ist der einzige See in der Schweiz, auf dem tatsächlich noch geflößt wird. Wenn auf der Seite des Sees, auf dem keine Straße verläuft, Holz geschlagen wird, wird es erstmal übers Wasser transportiert. Kommt aber jetzt nicht so oft vor, als dass man als Schwimmer damit rechnen müsste, plötzlich gegen Baumstämme zu knallen.

Deswegen ist der Ägerisee, genau wie der Sempachersee, ein toller See für alle, die ihre Schwimmversuche im Freiwasser machen möchten. Aber auch für diejenigen, die ungestört weit schwimmen wollen. Ich mag den See besonders, um zur Ruhe zu kommen, meine Gedanken fließen zu lassen, und einfach die Einsamkeit im Wasser zu genießen. Deswegen gibt es dieses Mal auch keine Fotos aus dem Wasser. Manchmal muss man abschalten.
Wenn Ihr im Seebad Lido in Unterägeri einsteigt, gebt acht: Die gelben Bojen sind nicht wie in anderen Gewässern die Markierung, wo man schwimmen darf. Sondern sie zeigen auf, wo man nicht hindarf. Das Ufer ist teilweise Naturschutzgebiet. Direkt dahinter ragt ein Seebusen (keine Ahnung, wie man das nennt, aber Ihr wisst, was ich meine ;-)) ins Ufer wie ein riesiges, natürliches rundes Schwimmbecken.
Ich zirkle ein bisschen darin herum, dann zieht es mich zur Mitte des Sees. Unter der sehr warmen Wasseroberfläche gibt es immer wieder ein paar kühlere Strömungen, was an diesem Tag sehr erfrischend ist. Schließlich geht's geradewegs zurück zum Lido. Der Hunger meldet sich.
Die Badi:
Im Strandbad Lido in Unterägeri fühlt man sich sofort familiär aufgenommen. Kurz nach neun, der Stammtisch ist schon da, eine Frau sprintet zu mir an die Kaffeemaschine. Sie hat gesehen, dass der Mann vor mir den entkoffeinierten Milchkaffee genommen hat. Das wolle ich bestimmt nicht, sagt sie. Ihr seht, man kennt sich in der Badi. Aber auch Fremde wie ich werden liebevoll aufgenommen.

Die Anlage ist sehr gepflegt, mit einem schönen alten Baumbestand und herrlich altbackenen Umkleiden. Der Badebereich am Ufer ist überwacht und toll für Kinder. Die Einstiege für SUPs und Schwimmer sind getrennt, was sehr entspannt ist. Überhaupt müssen die SUPs in einem bestimmten Bereich gelagert werden. Es herrscht Ordnung im Lido.
Sowohl Eintritt (5 Franken) als auch die Gastropreise sind für die Schweiz überaus fair. Die Pommes (7 Franken) wurden bei früheren Besuchen bereits getestet und für gut befunden. Dieses Mal ist eine Schweizer Spezialität an der Reihe: der Wurst-Käse-Salat (14 Franken). Er wird in der Schweiz mit einer Mayo-Soße serviert und für Menschen mit schwäbischen Wurzeln wirkt das obszön. Aber: leider geil. Vor allem das kräftige Brot dazu.
Und nicht zu vergessen das Baarer Hopfemandli, das irgendwie auch ein Sandmandli ist: Danach döst es sich im Schatten gleich doppelt so gut.




Kommentare