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Freiwasserliebe: Klosterweiher

Klosterweiher St. Georgen im Schwarzwald
Der Klosterweiher in St. Georgen im spätsommerlichen Abendlicht

Was man vor der Tür hat, weiß man oft nicht zu schätzen. Böser Fehler. Also hinein in den Klosterweiher in St. Georgen.


Der See:


50 Jahre, zehn Monate und 24 Tage hat es gedauert, bis ich zum ersten Mal in den Klosterweiher in meinem Geburtsort St. Georgen im Schwarzwald gestiegen bin. Zu Jugendzeiten, als ich nur wenige Kilometer entfernt gewohnt habe, war das Seeschwimmen kein Thema für mich. Und nun, auf Familienbesuchen, habe ich ihn mit Missachtung gestraft. Zu klein, um ernsthaft darin zu schwimmen. Und um ehrlich zu sein, gehe ich an diesem Abend auch nur hinein, weil es mir zu spät würde, wenn ich zum Titisee fahren würde


Der Klosterweiher ist ein 27.000 Quadratmeter kleiner, von der Brigach gespeister Naturweiher mit Strandbad. Ursprünglich wurde er vom Kloster als Fischweiher und für eine Klostermühle angelegt. Der See liegt auf rund 800 Metern Höhe, Ende August sind die Nächte hier schon deutlich kühler und so hat er an diesem Abend noch 21 Grad Wassertemperatur. Nach den viel zu warmen Gewässern der letzten Wochen ist das angenehm.


Klosterweiher St. Georgen im Schwarzwald
Der Klosterweiher liegt unten am Hügel, die Stadt St. Georgen darüber.

Um den See schwimmbar zu halten, ließ die Stadt St. Georgen 35.000 Kubikmeter Schlamm herausbaggern, was einen Schwimmbagger ab 2023 mehr als zwei Jahre lang beschäftigte und verdammt viel Geld gekostet hat. Die Bürgerinnen und Bürger starteten aber eine Spendenaktion, um die Stadt finanziell zu unterstützen. Doch dann kam der Biber, machte Bibersachen, baute und staute fleißig und blockierte die Frischwasserzufuhr des Sees. Damit der See nicht kippt, muss er nun künstlich mit Pumpen belüftet werden, nach einer dauerhaften Lösung wird noch gesucht.


Das Wasser ist weich und samtig und - wie im Titisee - sehr trübe. Was aber auch am dunkler werdenden Abendlicht und den Wolken am Himmel liegt. Ich zirkle erst etwas planlos durch den See und beschließe dann, zwischen den aufblasbaren Hüpfburgen und den Holzplattformen im See meine "Bahnen" zu schwimmen. Dabei verzichte ich - entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten - auf die Boje und nehme die Kopfhörer mit, um ein bisschen Musik zu hören. Das Schwimmen an sich ist unspektakulär. Aber ich will nicht klagen: 30 Längsquerungen in einer Stunde schafft man sonst eher selten.


Es ist wenig los an diesem Abend, aber es gibt sie, die Stammschwimmerinnen vom Klosterweiher, die die wunderschöne Abendstimmung im See genießen. Danach sitzen sie auf den Bänken am See und genießen weiter. Völlig schwimmentspannt.


Das Strandbad:


Während die Schwimmerfahrung nicht unbedingt einen Eintrag im Blog wert wäre, ist es das Strandbad umso mehr. So viel Liebe! Die Anlage ist sehr gepflegt, die bereits erwähnten Bänke am gepflasterten Ufer sind ein echtes Highlight. Der Boden im Nichtschwimmerbereich ist befestigt, kein Steinchen drückt in den Fuß. Zwischen dem Eingangsbereich mit den Umkleiden und dem See ist eine zauberhafte Wildblumenwiese angelegt.


Klosterweiher St. Georgen im Schwarzwald
Eine Wildblumenwiese trennt den Umkleidebereich vom See, der wunderbar im Grünen liegt.

Die Anlage ist groß und toll vor allem für Familien. Es gibt große Spielbereiche, ein Planschbecken im See, eine Wasserrutsche, einen Sprungturm und die aufblasbaren Elemente zum Klettern und Springen mitten im See. Und auch die Eintrittspreise mit sind mit 4 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder sehr moderat. Und wie in so vielen kleinen Freibädern im ländlichen Raum ist auch am Klosterweiher die Atmosphäre sehr familiär.


Zum Kiosk kann ich leider nichts sagen, der hatte an jenem Montagabend mit wenig Betrieb bereits geschlossen. Aber direkt am See und auch vom Bad aus zugänglich liegt das Restaurant Seehaus mit richtig guter italienischer und mediterraner Küche.

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