Freiwasserliebe: Titisee
- Kathrin

- 21. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Der Titisee ist ein See aus dunklem Samt. Mit etwas Glück könnt Ihr durch eine Sternengalaxie schwimmen. Und hier schaffen auch Einsteiger eine Seequerung.
Der See:
Der Titisee ist ein Stück Heimat für mich. Im Sommer lege ich gerne vor oder nach dem Familienbesuch im Schwarzwald dort einen Zwischenstopp ein. Ihr kennt ihn bestimmt alle, aber trotzdem stellen ich ihn kurz vor: Der Titisee liegt auf einer Höhe von 840 Metern über dem Meeresspiegel und ist gerade in heißen Sommern eine frische Alternative, obwohl er eher klein ist. Er hat eine Fläche von rund einem Quadratkilometer, ist etwa 20 Meter tief und ein Gletschersee. Hinein fließt das Wasser vom Feldberg herab in Form des Seebachs, hinaus fließt die Gutach, die später mit der Haslach zur Wutach wird.
Ich weiß nicht genau weshalb, aber der Titisee ist mir grundsätzlich sympathischer als der nicht weit entfernte Schluchsee. Vielleicht, weil er so dunkel und geheimnisvoll eingebettet zwischen dunklen Tannenwäldern liegt. Vielleicht, weil sein genauso dunkles Wasser samtig weich ist. Im Frühsommer, wenn der gelbe Pollen der Fichten und Tannen im Wasser treibt, und die Sonne in das dunkle Wasser strahlt, schwimmt man wie durch eine Galaxie mit tausenden von kleinen Sternen.
Ein optimaler Einstieg ist die Badestelle, das ehemalige Strandbad von Titisee. Dort spart Ihr Euch den Trubel der Strandpromenade und auch die meisten Tretboote fahren weiter als zur Badestelle. Tagsüber zirkeln die Rundfahrtschiffe Ingrid und Carola auf dem See, und wenn Ihr höflich winkt, schafft Ihr es auf etliche japanische Erinnerungsvideos. Morgens und abends sind einige Ruderer und Angler unterwegs, aber man kommt sehr gut aneinander vorbei.
Meine Standardroute führt mich in der Regel einmal längs durch den See bis zum Campingplatz Weiherhof, je nach geschwommenen Kurven sind das rund zweieinhalb Kilometer hin und zurück. Manchmal gönne ich mir den Spaß und schwimme vor bis zur Promenade, damit der Schwumm als ordentliche Längsquerung gewertet werden kann. Breit ist der Titisee nur rund 750 Meter und damit super für alle, die zum ersten Mal einen See queren wollen.
Die Nicht-Badi Badi:
Die Badestelle am Titisee war bis 2017 ein Strandbad, ehe es aus Kosten- und Personalgründen zur unbewachten Badestelle umgewandelt wurde. Doch die Infrastruktur ist noch da und auch ein Bereich für Nichtschwimmer ist im See noch abgegrenzt. Zudem hält oft die örtliche DLRG Wache. Das ehemalige Schwimmbecken wurde mit Sand aufgefüllt und ist nun Liegefläche. Aber es gibt Duschen, Toiletten, Umkleidemöglichkeiten und den tollen Kiosk, die Strandbude.
Dort bekommt Ihr erstklassige Pommes und dazu Fürstenberg-Bier, aber auch viele andere leckere Speisen und Cocktails. Die Preise sind sehr moderat und der Kiosk mit seinen Sitzgelegenheiten ist sehr liebevoll gestaltet. Zum Kiosk gehört auch ein kleiner Shop, in dem Ihr nun auch Schwimmbojen von Buddyswim kaufen könnt - und ohne die solltet Ihr nie in einen See gehen.
Bleibt nur ein Wermutstropfen: Der Parkplatz direkt beim Bad ist mit 2,50 Euro pro Stunde recht teuer. Aber da die Badestelle keinen Eintritt kostet, lässt sich das gut verschmerzen.



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