Freiwasserliebe: Hallwilersee

Ein Sommer ohne einen Schwumm im Hallwilersee ist kein Sommer. In den 80er Jahren war er fast tot. Heute lebt er zum Glück wieder. Und bietet Schwimmern viel Platz.
Der See:
Viel hilft viel. Nach diesem Motto wurde vor fünf Jahrzehnten in der Landwirtschaft gedüngt. Das traf die Seen im Mitelland, den Baldeggersee, den Sempachersee und den Hallwilersee hart. Durch die Überdüngung bildeten sich große Algenteppiche, sanken ab, verrotteten und nahmen den Fischen und anderen Lebewesen in den Seen den Sauerstoff. Deshalb wurden oder werden sie künstlich belüftet, der Hallwilersee von1985 bis 2016. Der Phosphatgehalt konnte deutlich gesenkt werden. Und mittlerweile wird stärker darauf geachtet, dass nicht zu viel Phosphor durch Düngung in den See gelangt.
Der Hallwilersee liegt größtenteils im Kanton Aargau, etwa ein Sechstel gehört zum Kanton Luzern. Er ist 8,4 Kilometer lang, an der breitesten Stelle anderthalb Kilometer breit und maximal 47 Meter tief. Er wir vom Aabach gespeist, liegt zwischen sanften Hügeln und wer gen Süden blickt, sieht die Alpen.
Ziel meines Mitschwimmers Harry und mir ist es, ihn im kommenden Jahr in voller Länge zu druchschwimmen. Dieses Jahr belassen wir es aber bei einer schönen Runde vom Arbeiterstandbad Tennwil aus. Wir visieren die Boote am Ufer von Boniswil an. Und stellen wieder einmal fest: Entfernungen wirken auf dem Wasser anders. Die Boote schienen nah, aber die Strecke erweist sich als deutlich weiter. Das auch als Warnung an alle, die denken: "Ich kann da locker rüberschwimmen." Man überschätz sich beziehungsweise unterschätzt die Distanz schnell.

Wir schwimmen jedoch weiter gen Süden, durch die Weite des Sees den Bergen entgegen. Nun orientieren wir uns an einem Segelboot, dass scheinbar alleine im See ankert. Kurz stören wir dort die Romantik des Pärchens auf dem Boot, so dass wir schnell abbiegen und wieder in Richtung des östlichen Ufers schwimmen, um von dort zurück nach Norden zum Strandbad zurückzukehren.
Der Wind frischt auf und aus dem Spiegel, der glatt und eben vor uns lag, wird ein Wellenbad. Auch das ist etwas, womit man im freien Wasser immer rechnen muss. Und dann wird das Schwimmen anstrengender. Wie die Boote zuvor mag auch das Strandbad nicht näherkommen. Doch kein Problem, an diesem Tag schwimmen wir ja bei weitem nicht am Limit: 4,5 Kilometer zeigt die Uhr am Ende an.
Die Badi:
Das Arbeiterstrandbad Tennwil ist ein kleiner Campingplatz und Strandbad in einem. Trotz des warmen Spätsommertages ist relativ wenig los, im Hochsommer ist das freilich ganz anders. Toll, ist, dass es direkt am See eine öffentliche Grillstelle mit einem großen, gemauerten Grill gibt.

Doch unser mitgeführter Proviant besteht nur aus Müsliriegeln. Also rauf zum Restaurant mit schöner Terrasse. Das Arbeiterstrandbad Tennwil ist keins der ganz günstigen. Die Parkgebühren sind recht hoch, der Eintritt kostet 7 Franken und die Portion Pommes leigt bei 8 Franken. Ein Wurst-Käse-Salat mit Pommes kommt auf 21 Franken. Aber an der Qualität des Essens gibt's absolut nix zu meckern. Und den Schlumpfteller (Wienerli mit Pommes) von der Kinderspeisekarte dürfen sogar Erwachsene essen.




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